Nächste SIGEGS-Veranstaltung

Mittwoch 22. August 2018, nachmittags
Basler Papiermühle (Schweizerisches Museum für Papier, Schrift und Druck)
SIGEGS-Mitgliederversammlung
Details und Anmeldung folgen


Rückblick letzte Veranstaltungen

3. Mai 2018

Am 3. Mai 2018 fand unter der Leitung von Friederike Nithack (Masterabsolventin an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Studienrichtung Konservierung und Restaurierung von Schriftgut, Buch und Graphik Hildesheim) in der Schweizerischen Nationalbibliothek das Seminar «Schimmelpilze auf Archiv- und Bibliotheksgut» statt. Das Interesse an diesem wichtigen Thema war sehr gross, rund 30 Personen (Vertreter aus Gedächtnisinstitutionen und Restaurierungsateliers) konnten schliesslich am Seminar zugelassen werden.

Nach einer Begrüssung durch Cécile Vilas, Präsidentin SIGEGS, führte Friederike Nithack in die biologischen Grundlagen des Schimmelpilzes ein. Sie unterbreitete die notwendigen Definitionen und es folgten Ausführungen zu Wachstumsbedingungen sowie Auslösern von Schimmelpilz. Anschliessend zeigte die Referentin das Gefährdungspotenzial von Schimmel für Material und Mensch auf und machte Ausführungen zum Arbeitsschutz.

Im Praxisteil zur Erkennung von Schimmel hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, mehr zum Umgang damit zu erfahren. Konkret wurde etwa aufgezeigt, wie korrektes Desinfizieren und Einkleiden funktioniert, wie eine Probe durchgeführt werden sollte und wie die allenfalls befallenen Materialien auch entsorgt werden können. Das Engagement der Teilnehmenden in der Praxisrunde zeigte, dass Schimmelpilz ein Thema ist, das bewegt. So interessierte etwa, warum sich Schimmel z.B. vermehrt an gewissen Stellen befindet oder welche Grenzwerte noch zulässig seien.

Im abschliessenden Theorieteil ging Frau Friederike Nithack auf die Behandlung von Schimmel und die Schimmelprävention ein.


20. März 2018

Gut geplant ist halb gelagert – Praxiswissen zur Beschaffung von Lagersystemen: Unter diesem Titel fand die Fortbildungsveranstaltung der SIGEGS am 20. März 2018 in der Universitätsbibliothek Bern statt.

Den Auftakt machte Frau Dr. Petra Zimmer vom Franziskanerkloster Fribourg. Sie war als Leiterin von Archiv und Bibliothek für das Konzept und die Planung des Umzuges und die damit verbundene Beschaffung von Lagersystemen zuständig. In ihrer illustrativen Präsentation zeigte sie gekonnt und praxisnah auf, wie sie beim Erfassen der Bestände, bei der Informationsbeschaffung und der Auswahl der Lagersysteme vorgegangen ist. Auch die Ausführungen zu Inneneinrichtung und Finanzierung kamen nicht zu kurz. Zum Schluss zog sie Bilanz über ihr Projekt und legte dar, was sie beim nächsten Mal optimieren könnte.

In der anschliessenden Diskussionsrunde – unter der zweisprachigen Leitung von André Page, responsable section Conservation der Nationalbibliothek Bern – diskutierten neben Frau Zimmer, Frau Ulrike Bürger von der Universitätsbibliothek und Frau Anne Cherbuin von der Bibliothèque publique et universitaire de Neuchâtel über ihre Projekte der Beschaffung von Lagersystemen und deren verschiedenartige Auslöser.

Neben der Erstellung eines Anforderungskataloges, waren die Recherchen in Form von Besuchen bei anderen Institutionen über den Entscheidungsprozess bis hin zu den sogenannten Accessoires (wie z.B. Buchstützen, Leitern) Inhalt der Diskussion. Zum Abschluss betonten die Praxisvertreter, dass insbesondere der Abnahme des Projektes auch die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden soll und allfällige Mängel unbedingt eingefordert werden sollten.

Den Nachmittag liess man bei Kaffee und Kuchen ausklingen.


24. Januar 2018

Am Mittwoch, 24. Januar 2018 fand die erste SIGEGS Fortbildungsveranstaltung dieses Jahres zum Thema: «digital vs. original – Wohin des Weges?» im Franziskanerkloster in Fribourg statt. Rund 40 Personen sind der Einladung nach Fribourg gefolgt. Begrüsst wurden die Gäste von unserem Vorstandsmitglied Frau Gabriela Grossenbacher. Den inhaltlichen Start machte Professor Christoph Flüeler mit seinem Inputreferat rund um Betrieb und Nutzen der digitalen Bibliothek. Dabei legte er klar dar, dass die Finanzierung der digitalen Bibliothek eine Frage ist, die uns in den nächsten Jahren noch beschäftigen wird.

In der anschliessenden Diskussionsrunde nahm nebst Professor Flüeler Herr Dr. Florian Mittenhuber von der Burgerbibliothek Bern teil. Einleitend erklärte Herr Mittenhuber wie der Prozess der Digitalisierung in seiner Institution gehandhabt wird und betonte nachdrücklich, dass Digitalisierung nur sinnvoll ist, wenn auch die wissenschaftlichen Beschreibungen mit der nötigen Sorgfalt erfolgen (z.B. mit Informationen zur Beschaffenheit des Papiers, zum Schriftspiegel oder zu den Randnotizen). Herr Flüeler zeigte auf, dass durch Digitalisierung Spitzenwerke bis zu 3'000 mal pro Jahr konsultiert werden und legte dar, dass die Forscher «dank» Digitalisierung einfacher forschen können resp. remote Forschung betreiben können (weniger Tage vor Ort). Skeptische Stimmen waren nur vereinzelt zu hören und insgesamt entstand der Eindruck, dass es unbedingt in Richtung digital UND original gehen soll.

Offen bleiben die Schnittstellenproblematik zwischen den verschiedenen E-Systemen sowie die beschränkten Ressourcen auf Seiten der Institutionen (Trade-off zwischen Digitalisierung und Konservierung).

Frau Dr. Zimmer, die Verantwortliche für Bibliothek und Archiv, zeigte im Anschluss «ihre Bibliothek» und Frau Beate Degen führte unsere Gäste durch das Restaurationsatelier. Bei Kaffee und Apfel-Klosterkuchen wurde anschliessend über Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung diskutiert.